Agentur
Invest Ontario
17.08.2010

Highscore für Ontario
Einblick in den Standort Ontario, Kanada - Partnerland der diesjährigen gamescom in Köln.

Dass es sich lohnt, ein attraktives Umfeld für Entwickler zu schaffen, und damit
florierende Unternehmen und Tausende Arbeitsplätze ins Land zu holen, hat sich
mittlerweile herumgesprochen. Ein Blick hinter die Kulissen der Provinz Ontario in
Kanada - dem Partnerland der diesjährigen gamescom.

"It costs less to make games here than in any other G7 country" - damit wirbt
Ontario, die wirtschaftsstärkste Provinz Kanadas. Und das ist beileibe kein platter
Werbespruch. Dass die Kosten für Spieleentwicklung und -produktion in Ontario
tatsächlich niedriger sind als in den anderen G7-Staaten, liegt vor allem an
besonderen finanziellen Anreizen für die Branche. So gilt das "R&D tax incentive
program" als attraktives Lockmittel. Es garantiert Steuervergünstigungen für
Forschung und Entwicklung: Von 100 kanadischen Dollar, die für Forschung und
Entwicklung ausgegeben werden, müssen lediglich 44 kanadische Dollar versteuert
werden - kleinere Unternehmen versteuern sogar weniger als 38 Dollar.

Zudem zahlen Unternehmen, die in Ontario tätig sind, seit
1. Juli 2010 keine Kapitalsteuer mehr. Zusätzlich hat Ontario den effektiven
Eingangssteuersatz für Neuinvestitionen von ursprünglich 32,8 Prozent in 2009 auf
18,6 Prozent in 2010 reduziert. Bis 2018 soll er sogar auf nur noch 16,2 Prozent
sinken. Weitere finanzielle Anreize für die Spielebranche machen die Entscheidung für
Investoren noch leichter - der "Ontario Interactive Digital Media Tax Credit" ist
einer davon: "Entwickler und Produzenten erhalten für Spiele, die sie in Ontario
herstellen, einen Steuernachlass von 40 Prozent auf Arbeitsleistungen, Marketing und
Vertrieb", sagt Dr. Terrie Romano, Konsulin für Wirtschaftsangelegenheiten der
Provinz Ontario. Auch Unternehmen, die mit Entwicklern oder Produzenten
zusammen-arbeiten, können von Steuererleichterungen profitieren. Wer beispielsweise
ein Spiel oder einen Film mit Computeranimationen oder Spezialeffekten ausstattet,
erhält über den "Ontario Computer Animation and Special Effects Tax Credit" eine
Steuergutschrift von 20 Prozent auf die erbrachte Arbeitsleistung.

Zusätzlich zu den zahlreichen finanziellen Anreizen kommt Spieleproduzenten in
Ontario die dort ansässige florierende Filmindustrie zugute. Toronto wird auch
"Hollywood North" genannt, und die Talente aus Film und Animation sind zugleich bei
der Entwicklung von PC- und Videospielen gefragt. Ontario bildet an 47 Universitäten
und Colleges aktiv Studenten aus, um den wachsenden Bedarf an Experten in der
Spielebranche zu erfüllen. In den Berufsbildungsstätten und Hochschulen in Toronto
werden mehr als 124 Ausbildungsgänge für den Gaming-Sektor angeboten. Kein Wunder,
dass sich globale Branchengrößen wie Koei und Capcom für Toronto entschieden haben.
Die Stadt verfügt über wichtige Film- und Videocluster, die ein ideales betriebliches
Umfeld für Spielsoftwareproduzenten und digitale Medienunternehmen,
Spielentwicklungs- und vertriebsfirmen, Toolhersteller und Animationsstudios bieten.
Auch international genießt Toronto einen hervorragenden Ruf für seine Künstler,
Designer, Animationsspezialisten und Programmierer von Weltformat.

Von Vorteil für die Gaming-Branche ist nicht zuletzt die internationale Prägung:
"Mehr als zwei Millionen Einwohner Ontarios sprechen eine andere Muttersprache als
Englisch oder Französisch. Das erleichtert die Lokalisierung, das Übersetzen der
Spiele in andere Sprachen sowie globale Vermarktung und Support", weiß Dr. Romano.
Und vielleicht zahlt sich ferner eine besondere Art der Wertschätzung aus: Eine
Firma, die sich niederlassen möchte, erhält über das Wirtschaftsministerium von
Ontario einen besonderen Service - einen Ansprechpartner, der von Visa bis zu
Büroräumen alles organisiert.

Crème de la Crème

Das Konzept geht auf. Knapp 620 Millionen Euro, umgerechnet rund 1 Milliarde
kanadische Dollar, erwirtschaftet allein die Provinz Ontario pro Jahr im Bereich
Digitale Medien. Die Zahl der Unternehmen aus der Branche wuchs von weniger als 20 im
Jahr 2004 auf fast 150 Firmen im Jahr 2007 an. "Einen Großteil der Gewinne erzielt
die in Ontario ansässige Spieleindustrie durch den Export eigener Entwicklungen",
sagt Dr. Terrie Romano. In Deutschland ist es umgekehrt: Hier stammt das Gros des
Umsatzes aus dem Verkauf ausländischer Spiele im Inland und nur ein geringer Teil aus
exportierten Eigenentwicklungen.

In Ontario befinden sich heute namhafte Entwicklungsstudios und Publisher wie
Rockstar Games, Capcom und Koei mit
Niederlassungen oder Vertretungen für den nordamerikanischen Markt. Ende 2009
eröffnete der französische Spiele-Riese Ubisoft, der Toptitel wie Die Siedler, Far
Cry, Tom Clancy´s Splinter Cell und Assassin´s Creed auf den Markt brachte, ein
Studio in Toronto. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 900 Millionen Euro gehört
Ubisoft zu den ganz Großen der Branche. Ubisoft investiert in das neue Studio zirka
309 Millionen Euro (500 Millionen kan. Dollar), die Provinzregierung steuert
ihrerseits Finanzmittel bei. Dadurch sollen insgesamt 800 neue hochqualifizierte
Arbeitsplätze entstehen.
Ausschlaggebend für die Wahl des Standorts Ontario und die Gaming-Metropole Toronto
waren die hochqualifizierten Arbeitskräfte, die wettbewerbsfreundlichen
Steuerbedingungen und die starken Verbindungen zur Filmindustrie: "Das ist ein
Meilenstein für Ubisoft. Ohne das Engagement der Provinzregierung, den
Videospiele-Sektor in Ontario weiterzuentwickeln, wäre das nicht möglich gewesen",
sagte Yannis Mallat, CEO von Ubisoft Montreal.

Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. "Immer mehr inter-nationale Unternehmen
entdecken unsere Provinz. Wir freuen uns natürlich über Ontarios Rolle in dieser
wachsenden Industrie", sagt Sandra Pupatello, Ministerin für wirtschaftliche
Entwicklung und Handel.

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Toronto beheimatet wichtige Film- und Videocluster, die ein ideales betriebliches Umfeld für Spielsoftwareproduzenten und digitale Medienunternehmen, Spielentwicklungs- und vertriebsfirmen, Toolhersteller und Animationsstudios bieten.

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Sandra Pupatello, Ontarios Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung und Handel.

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Dr. Terrie Romano, geboren in Windsor/Ontario, ist Konsulin für Wirtschaftsangelegenheiten der Provinz Ontario in München.

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Darius Basarab, Gaming-Experte des Ontario Ministry of Economic Development and Trade

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