Agentur
MINOL
 
18.01.2012

Auf Legionellenprüfung vorbereiten
Minol informiert: Was Betreiber von Trinkwasseranlagen jetzt tun sollten

Leinfelden-Echterdingen, Januar 2012 - Die novellierte, seit 1. November 2011
geltende Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sorgt derzeit für Wirbel in der
Wohnungswirtschaft. Eigentümer von Mehrfamilienhäusern müssen das Trinkwasser von
2012 an jährlich auf Legionellen untersuchen lassen. Dazu kommen weitere Melde-,
Anzeige-, Informations- und Archivierungspflichten. Wegen des hohen Aufwandes für
Vermieter, aber auch für die Gesundheitsämter, zeichnet sich derzeit ab, dass der
Gesetzgeber die Novelle erneut überarbeiten und die Erstprüfpflicht sowie den
künftigen Prüfturnus auf drei Jahre erweitern wird. Noch ist es aber nicht soweit,
und die TrinkwV vom November 2011 ist bestehendes Recht. Was also muss die
Wohnungswirtschaft konkret tun, um die Vorgaben zu erfüllen? "Am dringlichsten ist
die Meldepflicht. Jeder Vermieter oder Verwalter muss die von der Prüfpflicht
betroffenen Liegenschaften beim dafür zuständigen Gesundheitsamt melden", sagt
Matthias Bär, Produktmanager für die Immobilienwirtschaft bei Minol.

Betroffene Anlagen feststellen und melden

Die TrinkwV bezieht sich auf "Großanlagen zur Trinkwassererwärmung". Das sind
Speicher-Trinkwassererwärmer und zentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit mehr als
400 Litern Speichervolumen und/oder mehr als drei Litern Wasser in jeder Rohrleitung
zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der am weitesten entfernten
Entnahmestelle. Die Verordnung betrifft somit so gut wie alle Mehrfamilienhäuser mit
zentraler Trinkwassererwärmung. Ausgenommen von der Prüfpflicht sind Ein- und
Zweifamilienhäuser. Wohneigentumsgemeinschaften sind betroffen, weil die
Trinkwasseranlage zum gemeinschaftlichen Eigentum gehört. Für die Anmeldung der
Anlagen haben einige Gesundheitsämter auf ihrer Homepage Formulare eingerichtet.
"Sollte es ein solches Formular nicht geben, empfehlen wir den Betreibern eine
formlose Meldung, beispielsweise mit Hilfe einer Liegenschaftsliste", sagt Matthias
Bär. Minol hat ein Muster-Meldeformular mit den wichtigsten Angaben entwickelt
(www.minol.de, Newsroom -> Fachwissen und Tipps -> Trinkwasserverordnung).

Bestandsaufnahme und Entnahmestellen

"Verwalter sollten die Trinkwasseranlage gemeinsam mit ihrem Fachhandwerker
überprüfen und für eine reibungslose Probeentnahme vorbereiten", rät Matthias Bär.
Die Legionellengefahr ist ohnehin sehr gering, wenn die Anlage nach den allgemein
anerkannten Regeln der Technik installiert und betrieben wird. Insbesondere sind
Temperaturen einzuhalten und stehende Leitungsabschnitte zu vermeiden. Bei der
Bestandsaufnahme sollten deshalb die Anzahl der Steigstränge, ebenso
Betriebsparameter, Stagnationsstrecken oder Totstrecken erfasst werden.
Offensichtliche Missstände, etwa zu niedrige Temperaturen, sollten vor der
Probeentnahme beseitigt werden. Laut TrinkwV dürfen nur akkreditierte Stellen -
Listen führen die Gesundheitsämter - Trinkwasserproben an mindestens drei Stellen der
Warmwasseranlage entnehmen: in der Warmwasserleitung (Vorlauf) kurz nach dem
Warmwasserspeicher, in der Zirkulationsleitung (Rücklauf) kurz vor dem
Warmwasserspeicher, und an der Zapfstelle in der Wohnung, die vom Speicher am
weitesten entfernt ist. Der Betreiber muss dafür sorgen, dass an diesen Stellen
passende Entnahmestellen vorhanden sind. "Das heißt, bis zu zwei Entnahmearmaturen,
im Vorlauf und im Rücklauf, sind nachträglich einzubauen. Die dritte Stelle in der
Wohnung, zum Beispiel ein Wasserhahn im Bad, ist immer vorhanden", erklärt Matthias
Bär. Vor der Beprobung werden die Entnahmstellen mit Hilfe einer Flamme desinfiziert.
Deshalb dürfen sie keine entflammbaren Komponenten wie zum Beispiel nicht abnehmbare
Gummidichtungen enthalten.

Service von Minol

Minol wird der Wohnungswirtschaft einen Service zur Untersuchung des Trinkwassers
anbieten, den das Unternehmen in der Praxis bereits mehrfach erprobt hat. "Wir
bringen diesen Service auf den Markt, sobald feststeht, wie der Gesetzgeber die
Trinkwasserverordnung erneut anpassen wird. Vermieter und Verwalter können dann die
Legionellen-Prüfpflicht an uns delegieren und sind rechtlich auf der sicheren Seite.
Die Kosten sind als laufende Betriebskosten gemäß § 2 Nr. 2 oder 5 BetrKV auf die
Mieter umlegbar", erklärt Bär.

Weiterführende Informationen:

Mehr Informationen zur Trinkwasserverordnung, auch zu Arbeitshilfen des DVGW und des
GdW, hat Minol auf der Website www.minol.de/neue-trinkwasserverordnung
zusammengestellt.
Unter legionellen-pruefung@minol.com bekommen Vermieter und Verwalter kompetenten Rat
auf ihre Fragen zur Trinkwasserverordnung.

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