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COMPUTER BILD
 
27.07.2012

Gratis-Nachrichten-Apps: SMS-Ersatz mit Mängeln
COMPUTERBILD testet fünf Gratis-Nachrichten-Apps / Nicht immer kostenlos / Teils mit Sicherheitslücken / Schlupflöcher in den AGB und beim Datenschutz

SMS sind nicht totzukriegen: Laut Bundesnetzagentur verschickt jeder Deutsche rund 40
Kurznachrichten pro Monat - das entspricht in den meisten Tarifen einem Wert von 7,60
Euro. Dabei lassen sich mit Smartphone-Apps Nachrichten komplett gratis verschicken,
sogar mit Bildern und anderen Anhängen. Eine zusätzliche SMS-Flatrate kann man sich
so sparen. Aber Achtung: Der COMPUTERBILD-Test von fünf Gratis-Nachrichten-Apps
offenbarte bei einigen Programmen gravierende Mängel (Heft 17/2012, ab Samstag am
Kiosk).

Grundsätzlich können Apps wie "Samsung Chat On" und "Whatsapp Messenger" Nachrichten
nur gratis verschicken, wenn Sender und Empfänger die gleiche App und eine
Internet-Flatrate nutzen. Besonderheit bei "Apple iMessage" und dem Test-Sieger
"MySMS Remote" (Testergebnis: 2,03): Die Apps verschicken alternativ auch
kostenpflichtige SMS an jedes Handy. Praktisch: Via Zusatz-Software lässt sich bei
"MySMS Remote" auch mit PC und Mac simsen. Die Nachrichten erscheinen am Computer,
aber auch auf dem Smartphone. Eine Sonderrolle spielt der "Yuilop Messenger": Hier
lassen sich tatsächlich Nachrichten an alle Empfänger gratis verschicken - über ein
cleveres, aber etwas kompliziertes Bonus-System.

Ausgerechnet beim beliebtesten SMS-Ersatz "Whatsapp Messenger" offenbarte der
COMPUTERBILD-Test eklatante Sicherheitsmängel: Wer mit der App in einem WLAN
Nachrichten sendet, muss damit rechnen, dass Hobby-Spione mitlesen. Dafür reichen ein
Android-Smartphone sowie eine spezielle Lausch-App. Denn die Nachrichten werden per
XMP-Protokoll in Klartext übertragen - das zeigten die COMPUTERBILD-Messungen im
Labor. Weil der Anbieter von diesem Problem schon seit April weiß und nichts
unternimmt, erhielt die App eine Abwertung auf "mangelhaft". Ebenfalls ärgerlich:
Fast alle Anbieter räumen sich in den AGB und den Datenschutzklauseln das Recht ein,
Nutzerdaten zu speichern, weiterzugeben oder für Werbung zu nutzen. Whatsapp lädt
beispielsweise das komplette Adressbuch vom Handy herunter, ohne zu verraten, was
damit passiert.

Die Gratisnachrichten werden übers Internet übertragen und belasten so die
Daten-Flatrate. 100 Testnachrichten ergaben im Durchschnitt ein Datenvolumen von etwa
200 Kilobyte - das ist jedoch kaum spürbar. Wer einen Tarif mit geringem Datenvolumen
hat, sollte die SMS-Apps am besten im WLAN benutzen. Prima: Alle 100 Testnachrichten,
die mit jeder App gesendet wurden, kamen innerhalb von zwei Sekunden beim Empfänger
an.

Mehr Informationen zu Gratis- und Bezahl-Apps für Handys und Tablet-PCs auf
Computerbild.de unter: www.computerbild.de/11053

PDF – 0.3 MB  

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