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MINOL
 
19.12.2011

Rauchwarnmelder: Sichtprüfung vorerst beibehalten

Die DIN 14676 wird überarbeitet. Bis die rechtlichen und technischen Grundlagen geklärt sind, sollten Verwalter auf die jährliche Vor-Ort-Prüfung der Geräte nicht verzichten.


Leinfelden-Echterdingen, Dezember 2011 - Das Deutsche Institut für Normung (DIN) arbeitet derzeit an einer neuen Anwendungsnorm für Rauchwarnmelder. Die neue DIN 14676 wird nun wahrscheinlich in der ersten Jahreshälfte 2012 in Kraft treten. Noch vor Verabschiedung der Novelle wird in der Dienstleister-Branche vereinzelt die Auffassung vertreten, dass die komplette Rauchwarnmelder-Wartung künftig ohne Sichtprüfung vorgenommen werden kann. Das verunsichert viele Verwalter: Müssen Rauchwarnmelder künftig nicht mehr vor Ort, in den Wohnungen, überprüft werden? "Wer rechtlich auf Nummer Sicher gehen will, sollte zumindest derzeit die jährliche Sichtprüfung beibehalten. Es zeichnet sich zwar ab, dass die neue DIN-Norm auch alternative Prüfverfahren zulassen wird. Doch erstens ist die Novelle noch nicht verabschiedet. Zweitens gibt es noch keine konkreten technischen Anforderungen an alternative Verfahren, wie zum Beispiel die Funkwartung über Sensoren. Wer zurzeit auf eine reine Funkwartung setzt, handelt in einem rechtlichen Vakuum", sagt Eberhard Wendel, Produktmanager Rauchwarnmelder bei Minol.

Sichtprüfung als Maßstab

Im aktuellen Entwurf der neuen Norm heißt es: "Die Funktionsfähigkeit jedes installierten Rauchwarnmelders muss regelmäßig überprüft und durch Instandhaltungsmaßnahmen sichergestellt werden. Der Rauchwarnmelder ist nach Herstellerangaben, jedoch mindestens einmal im Abstand von 12 Monaten, mit einer Schwankungsbreite von höchstens ± 3 Monaten einer Inspektion, Wartung und Funktionsprüfung der Warnsignale zu unterziehen." Neu ist, dass der Normgeber die Inspektion und Wartung nicht mehr automatisch mit einer "Sichtprüfung" verbindet. Die Anforderungen bleiben jedoch gleich. Es muss sichergestellt werden:

- dass die Raucheintrittsöffnung frei und der Melder funktionsfähig ist. Er darf also weder beschädigt, verstaubt, beschmutzt, übermalt, noch mit Tapete überklebt sein.

- dass die Geräte sich am ursprünglichen Montageort befinden, im richtigen Abstand zu Wänden und Schränken. Deshalb darf beispielsweise kein Schrank neu hinzu gekommen sein, der den Mindestabstand unterschreitet.

- dass gemäß Landesbauordnung die erforderlichen Räume (Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, die als Rettungswege dienen) ausgestattet sind. Es muss also geprüft werden, ob die Bewohner die Räume anders nutzen als zum Zeitpunkt der Installation.

All diese Faktoren werden von Dienstleistern wie Minol einmal jährlich vor Ort, in den Wohnungen, optisch überprüft. Bei Bedarf werden die Melder gereinigt, ummontiert oder ausgetauscht.

Keine "anerkannten Regeln der Technik" für alternative Prüfverfahren

Um Innovationen und neue Technologien nicht zu behindern, beabsichtigt der Normgeber künftig, auch andere Maßnahmen für die Inspektion von Rauchwarnmeldern zuzulassen. Ein Beispiel sind Funk-Rauchwarnmelder, die sich mit Hilfe von Sensoren selbst überwachen und warten könnten. Diese Verfahren müssen jedoch entweder explizit in einer Norm spezifiziert sein, oder sie müssen nach den "allgemein anerkannten Regeln der Technik" mit der bisherigen Sichtprüfung nachweislich gleichwertig sein. "Das Problem ist, dass es für diese Thematik derzeit keine anerkannten Regeln der Technik gibt. Auch die Produktnorm für Rauchwarnmelder DIN EN 14604 macht dazu keine Vorgaben, zudem fehlen Prüfungsvorgaben für akkreditierte Institute", sagt Eberhard Wendel. So bleibt vieles ungeklärt, etwa welche Toleranzen zulässig sind, welche Sicherheitsstandards für die Datenübertragung per Funk gelten, innerhalb welcher Zeiträume definierte Abweichungen erkannt und behoben werden müssen etc. Solange es für die reine Funkwartung keine "anerkannten Regeln der Technik" gibt, empfiehlt Minol, die jährliche Sichtprüfung beizubehalten. So sind Vermieter und Verwalter rechtlich auf der sicheren Seite.

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